Auch viele deutsche Tankstellen kommen ohne italienische Hilfe nicht aus. So werden beispielsweise Zapfsäulen von der Piusi S.p.A, die ihren Sitz in Suzzara in der Nähe des norditalienischen Mantova hat, produziert. Das vor mehr als 50 Jahren gegründete Unternehmen stellt unter anderem Tankpistolen und Umfüllpumpen her. Hinzu kommen elektronische Komponenten sowie weiteres Zubehör.
Das Unternehmen der Zulieferindustrie mit mehr als 100 Beschäftigten erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von 25 Millionen Euro. Etwa 65 Prozent der Produktion wird exportiert, ein großer Teil innerhalb von Europa, wo das Unternehmen führend ist.
Zwischenlagerung: Spezielle Anforderungen an logistische Abläufe
Direkt neben der Montage befindet sich das Lager für Rohmaterialien, Halbzeuge und Endprodukte. Die Artikel werden sowohl auf Europaletten als auch in Gitterboxen gelagert. Da Rohmaterialien und Halbzeuge bei Piusi in zeitlich entkoppelten Produktionsschritten bearbeitet werden, ist eine mehrfache Zwischenlagerung nötig. Ausgeliefert werden die Waren sowohl an die eigene Produktion als auch direkt an die Kunden.
Aus diesem Grund dient das Lager bei Piusi gleichzeitig als Produktions- und Distributionslager, was spezielle Anforderungen an die logistischen Abläufe stellt. „In einem Lager mit derart unterschiedlichen Aufgaben müssen Material- und Informationsfluss optimal ineinander greifen", erläutert Stefano Concini, Technical Manager bei Piusi. Zudem ist eine hohe Flexibilität bezüglich der Erweiterungsfähigkeit im Lager gefragt. Folgerichtig wurde die Idee für ein automatisches Hochregallager zur Ablösung des alten, manuell betriebenen Lagers geboren.
Da Piusi den Bau des neuen Lagers nicht selbst vornehmen konnte, schauten sich die Italiener nach geeigneten Partnern um. Der in Hamburg ansässige Spezialist für Flurförder-, Lager- und Materialflusstechnik, die Jungheinrich AG, bot Puisi zufolge als einziges Unternehmen eine Lösung mit zwei gassenwechselnden Regalbediengeräten in vier Gassen inklusive Rollenbahnen, Verschiebewagen und Lagerverwaltungssystem an.
Jungheinrich erhielt schließlich den Zuschlag als Generalunternehmer für den Bau des automatischen Hochregallagers, da Piusi darüber hinaus die angebotene Lösung in Preis und Leistung überzeugte. Hinzu kam, so Stefano Concini weiter, „dass die anderen Anbieter unseren Flexibilitätsanforderungen nicht genügten". Die Jungheinrich-Lösung mit vier Gassen und zwei Regalbediengeräten berge, so die Verantwortlichen bei Piusi, die Möglichkeit, das Lager bei Bedarf mit relativ wenig Aufwand zu erweitern.
Schnelligkeit: Schlüsselfertige Übergabe innerhalb zehn Monate
„Was weiter für Jungheinrich spricht", erzählt Stefano Concini, „ist die Schnelligkeit, mit der das Projekt in einer hohen Qualität durchgeführt wurde". Vom ersten Spatenstich bis zur schlüsselfertigen Übergabe vergingen gerade einmal zehn Monate - während des laufenden Betriebs und inklusive der Kundensonderwünsche.
Ankommende Ware wird bei Piusi manuell entladen und einer Qualitäts- und Plausibilitätsprüfung unterzogen. Anschließend erfolgt die Einlagerung. Dabei wird die Ware per Rollenbahnen und Verschiebewagen ins Hochregallager transportiert. Dieses bietet bis zu 6.500 Paletten Platz und besteht aus vier Gassen, in denen zwei Regalbediengeräte mit einer Ein- und Auslagerleistung von je 60 Paletten pro Stunde fahren.
Ist die Ware am Übergabeplatz im Hochregallager angekommen, übernimmt sie automatisch eines der beiden Regalbediengeräte. Das fünfzehn Meter hohe Hochregallager ist in drei Lagerbereiche eingeteilt, die durch unterschiedliche Höhentypen charakterisiert sind. Innerhalb dieser Bereiche erfolgt eine chaotische Lagerung.
Werden Teile benötigt oder Ware ausgeliefert, „sucht" nach einer entsprechenden Auftragseingabe das Regalbediengerät die entsprechende Palette und bringt diese zu dem Übergabepunkt. Hier wird sie vom Verschiebewagen aufgenommen und in die Kommissionierung bzw. zu den Packplätzen gefahren. Rohmaterialien und Halbzeuge, die für die Produktion vorgesehen sind, werden dorthin weitertransportiert. Endprodukte gelangen in den Warenausgang. Gesteuert wird die gesamte Lagerung durch ein Warehouse Management System. Dieses wiederum ist mit dem SAP-System von Piusi verbunden.
Verlässlicher Partner: Ständige Betreuung durch Jungheinrich
Für das gesamte Management von Piusi war es wichtig, „dass Jungheinrich bei allen intralogistischen Aufgabenstellungen kompetent zur Seite steht.", so Marco Paleari, Verantwortlicher des Anlageverkaufs bei Jungheinrich Italia S.r.l. Die Norditaliener wollten sicherstellen, dass sie auch in Zukunft einen verlässlichen Partner an ihrer Seite haben. Stefano Concini: „Ein Generalunternehmen auszuwählen ist wie eine Ehe!" Dass beide Unternehmen zudem im Jahr 1953 gegründet wurden, ist in diesem Zusammenhang eine weitere, wenn auch kleine, Gemeinsamkeit.


