Da die Kernkompetenz der Hänseler AG in der Produktion pharmazeutischer Artikel liegt, wurde zunächst ein ortsansässiges Ingenieurbüro beauftragt, einen grundsätzlichen Vorschlag auszuarbeiten. Hauptstossrichtung: ein Hochregallager sollte als Herz im Zentrum der pharmazeutischen Produktion errichtet werden.
Die ersten Etappen: Rückbau einiger Gebäude
Das komplette Bauprogramm wurde etappenweise realisiert und lief über zwei Jahre - die Erweiterung musste während des laufenden Betriebs durchgeführt werden. Die ersten beiden Etappen standen im Zeichen des Rückbaus einiger bestehender Gebäude. Im Herbst 2002 wurde ein älteres Gebäude abgebrochen und der Vorplatz in diesem Bereich den neuen Gegebenheiten angepasst.
Um den geplanten Verbindungsbau zwischen dem bestehenden Lager und dem Produktionsgebäude erstellen zu können, erfolgte nun der Abbruch des Wohnhauses sowie der Rückbau weiterer älterer Gebäude im Werk. Bereits bei früheren Erweiterungen gab es das Problem, erläutert Alexander Klöti, dass stets „um alte Gebäude herum gebaut" wurde. Mit dem Abschluss der ersten beiden Bauetappen Ende 2003 konnte diese Besonderheit ad acta gelegt werden.
Im Anschluss standen der Abbruch und die Entsorgung des bestehenden, zu Lagerzwecken genutzten Holzbaus. An die Stelle des alten, nicht mehr den Bedürfnissen und Anforderungen eines Pharmabetriebs entsprechenden Lagers sollte, durch einen hierfür prädestinierten Generalunternehmer ein neues Hochregallager errichtet werden.
Für die Realisierung dieses Projektes hielt man bei Hänseler nach Logistikfachunternehmen, die auf diesem Gebiet bereits Erfahrungen vorzuweisen hatten, Ausschau. Zunächst wurden jedoch von internen Fachleuten die Warenströme analysiert und alle für das zu vergebende Projekt notwendigen Daten erhoben. In der sich hieran anschliessenden Ausschreibung konnte sich die Jungheinrich AG gegen vier weitere Anbieter, die ebenfalls in die engere Wahl gekommen waren, durchsetzen.
Der Ausschlag: Hervorragendes Servicenetz von Jungheinrich
Zwar habe es im Vorfeld noch keine Erfahrungen mit dem Hamburger Unternehmen gegeben. Jedoch war „von Jungheinrich bekannt", so Klöti, „dass das Unternehmen vom Handgabelhubwagen bis zum Hochregallager alles anbietet. Auch logistische Gesamtlösungen." Das Angebot des Generalunternehmers sei zwar nicht das preisgünstigste gewesen, aber das attraktivste. Den Ausschlag habe das „hervorragende Servicenetz" von Jungheinrich gegeben.
Wichtig für den Erfolg des Projektes war die Zusammenarbeit beider Unternehmen. So waren die Experten der Firma Hänseler an der Planung mitbeteiligt und wurden stets in alle Prozesse einbezogen. Schon im Vorfeld hatte man, gemeinsam mit dem Generalunternehmer Jungheinrich, bereits realisierte Projekt in unterschiedlichen Branchen unter die Lupe genommen. Aber auch im operativen Geschäft schätzt Hänseler die gute Kooperation mit Jungheinrich. Die Erstellung des Pflichtenhefts, schmunzelt Klöti noch heute, „war eine sportliche Herausforderung". Das Ganze sei aber lehrreich gewesen und man habe gelernt, „wie man so etwas anpackt".
Das Weihnachtsgeschenk: Ein neues Regalbediengerät
Das Projekt, der Bau des Hochregallagers, als Herzstück im Zentrum der pharmazeutischen Produktion wird, ebenfalls bei laufendem Betrieb, von Februar 2004 bis Frühjahr 2005 realisiert. Ende 2004 war das Gebäude fertig. Mittels eines speziellen Krans wurde, quasi als Weihnachtsgeschenk, kurz vor Jahresende das Regalbediengerät eingelassen.
Im Februar 2005 erfolgte der Innenausbau des neuen, 44 Meter langen, 15 Meter breiten sowie 23 Meter hohen Hochregallagers. Der Testlauf wird im März 2005 durchgeführt. Für Frühjahrsbeginn ist die Inbetriebnahme geplant. Die Kommissionierung verfügt in diesem Hochregallager über 900 statische Rüstplätze und 22 dynamische Rüstplätze. Dann werden die A-Artikel auf den statischen Rüstplätzen permanent verfügbar sein. So merkt sich beispielsweise das Regalbediengerät, dass an einer bestimmten Stelle ein Behälter fehlt und bringt selbstständig einen neuen dorthin. Die dynamischen Rüstplätze stehen für die B-Artikel zur Verfügung.
Die Zukunft: Lagerung wie in einem Warenhaus
Auch sonst wird sich die Lagerung und Kommissionierung bei Hänseler mit Abschluss des Projektes deutlich erleichtern. „In Zukunft", so Alexander Klöti, „wird es hier sein, wie in einem Warenhaus." Durch das Prinzip „first-in-first-out" rückt die alte Charge automatisch hervor. Das Aufräumen entfällt. Der Materialtransport kann ebenfalls automatisch erfolgen und nicht über Lifte mit Personenbegleitung. Die so freiwerdenden Arbeitskräfte müssen jedoch nicht um Ihre Zukunft bei Hänseler bangen. Durch das angestrebte Wachstum werden sie anderweitig eingesetzt. |